Hilfsangebote in Krisenzeiten 

Wut im Bauch?! 
Fragen, die dich beschäftigen können: 

Irgendwas stimmt nicht, aber was?

Folgendes kann zum Beispiel passiert sein:
Du kümmerst dich um deine kranken Eltern oder um andere Angehörige. In letzter Zeit ist es öfter mal laut bei euch. Du weißt nicht mehr, was du machen sollst, fühlst dich vielleicht müde, traurig und wirst auch wütend. Auch deine Eltern oder andere Angehörige schreien dich manchmal an und du hast immer mehr Angst vor ihnen, traust dich nicht mehr, etwas zu sagen und weißt auch nicht, wie du die Situation klären sollst.

Was hier passiert, kann man so erklären:
Du kümmerst dich um jemanden, der krank ist und deshalb manchmal deinen Schutz benötigt. Du bist aber selbst noch nicht erwachsen und bräuchtest auch öfter Hilfe und Schutz. Das kann dazu führen, dass alle in deiner Familie mit der Situation überfordert sind. Das ist zwar normal, kann aber sehr anstrengend sein. Vielleicht fühlst du dich deshalb hilflos oder erschöpft. Das kann wiederum Wut (entweder bei dir, aber auch bei deinen Angehörigen) auslösen. Schauen wir uns jetzt mal an, wie du damit weiter umgehen kannst.

Was kann ich tun?

Es kann dir helfen, wenn du weißt, was du brauchst, damit sich etwas an deiner Situation ändert. Das bedeutet, dass du ein Recht dazu hast, zu sagen, wenn dich etwas sehr verletzt. Niemand darf dich anschreien, beleidigen oder dir auf andere Weise wehtun.

Versuche, wenn möglich, die Person, die dich verletzt hat, anzusprechen. Dies geht nur, wenn du dir sicher bist, dass diese Person dir nicht noch einmal weh tut. Falls du dich sicher dabei fühlst, kannst du ihr sagen, was dir wehgetan hat und was du dir anders wünschst.

In einer Situation, in der dir wehgetan wird, hilft es, „Stopp“ zu sagen. Das erfordert ein bisschen Mut, das kannst du aber lernen. Stell dir dafür bitte folgendes vor: Es gibt einen Schiedsrichter, z. B. bei einem Basketballspiel, der eine gelbe und eine rote Karte hat. Dieser sorgt dafür, dass sich alle an die Regeln halten und fair miteinander umgehen. Um das zu können, muss der Schiedsrichter üben und wissen, was erlaubt ist und was nicht. Das gilt auch für dich. Nur, wenn du überlegt hast, was fair ist und welche Regeln es in der Familie geben soll, kannst du deine Grenzen bestimmen und ein „Stopp“ setzen.

Wie kann das gehen?
Wenn möglich, gehe aus der Situation heraus, atme tief durch und überlege, was du im nächsten Schritt tun kannst. Ist vielleicht eine andere Person da, die dich ablösen kann? Wenn nicht, dann setze Grenzen, d. h. probiere zu sagen, wie du behandelt werden möchtest. Das bedeutet: Du lässt dich nicht anschreien, beleidigen, schlagen usw.

Nur Mut! Übe das ein, nicht jeder traut sich gleich, aber es kann dir helfen.

Was können Andere für mich tun?

Wenn du dich traust, mit anderen Menschen über deine Situation zu reden, ist das ein wichtiger Schritt. Achte darauf, dass du der anderen Person vertrauen kannst.
Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du dir auch anonym Hilfe suchen und dich z. B. an Beratungsstellen für pflegende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wenden. Die Mitarbeitenden sind oft vertraut mit diesem Thema und die Beratung findet anonym statt. Du brauchst also deinen Namen nicht zu nennen und was du erzählst, ist vertraulich, darf also nicht weitererzählt werden.

Eine gute Anlaufstelle ist auch die bundesweite „Nummer gegen Kummer“.
Dort findest du Mitarbeitende, die dir zuhören, Rat geben und dir weitere Stellen in deiner Umgebung nennen, an die du dich wenden kannst.

Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche „Nummer gegen Kummer“:
Telefon: 116 111 – anonym und kostenlos (Mo-Sa: 14-20 Uhr)

Denke daran: Du bist niemals allein!

Beratungsstelle zum Thema Gewalt in der Pflege.
Pflege in Not – Was ist das?

„Pflege in Not“ ist ein Beratungsangebot, wenn z. B. Gewalt in der Pflege vorkommt oder andere Grenzen überschritten werden.

Telefon „Pflege in Not“: 030 69 59 89 89

Telefonische Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Freitag, 1012 Uhr, Dienstag, 1416 Uhr

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